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Alles Wurscht

Was bringt die geplante EDEKA Fleischfabrik Rheinstetten und seinen Bürgerinnen und Bürgern?

Im Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des Fleischwerks sind nach wie vor viele Fragen unbeantwortet. Als gesichert können bislang nur die folgenden Punkte gellten:

  • Die Fleischfabrik bringt eine erhebliche zusätzliche Verkehrbelastung für den Stadtteil Silberstreifen – rund um die Uhr, an 7 Tagen pro Woche

  • Die Fleischfabrik bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Landschaft. Eine bislang unbebaute Fläche von 20 Hektar steht zur Disposition. Das Bauvorhaben gleicht in seinen Ausmaßen der neuen Messe, übertrifft diese aber noch deutlich an Höhe (Vergleich Höhe Messe 18 m, EDEKA bis zu 30 m).

  • Die Fleischfabrik wird in erheblichem Umfang Ressourcen verbrauchen. Allein der Wasserbedarf wird bei ca. 1.000.000 Litern täglich liegen.

Die viel diskutierten Vorteile hingegen bleiben unsicher:

  • Gewerbesteuer: Vom Gemeinderat wird in Zusammenhang mit der Ansiedlung immer wieder auf Millionen-Einnahmen aus der Gewerbesteuer verwiesen. Gewerbesteuer ist ertragsabhängig, daher schwankend und kaum kalkulierbar. Garantien seitens EDEKA gibt es nicht. Laut Steuerexperten sind entsprechende Zahlungen in den ersten Jahren unwahrscheinlich. Und selbst wenn Gewerbesteuer fließen sollte, so fließt mittelfristig der größte Teil davon über Umlagen an Kreis, Land und Bund wieder aus der Gemeindekasse ab.

  •  600 bis 800 Arbeitsplätze sollen in Rheinstetten geschaffen werden. Parallel dazu werden ca. 600 Arbeitsplätze in anderen Werken abgebaut - zum Teil Arbeitsplätze von Beschäftigten, die zuvor "freiwillig" auf Gehalt verzichtet haben. Edeka bringt voraussichtlich ca. 300-400 der qualifizierteren Beschäftigten bereits mit. Übrig bleiben vermutlich die Niedriglohn-Stellen – überwiegend in der Fleischverarbeitung bei Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad am Arbeitsplatz?

  • 30 Plätze für Auszubildende sollen laut Auskunft von EDEKA entstehen. Nach Informationen der Handwerkskammer gibt es im Fleisch verarbeitenden Gewerbe seit Jahren ein Überangebot an offenen Ausbildungsplätzen. Wer heute in der Region das Fleischerhandwerk erlernen will, kann dies jederzeit tun.

    Garantien gibt es von EDEKA weder für die Zahl und Qualität der Arbeitsplätze noch für die der Ausbildungsplätze.

Die IGR bemüht sich um mehr Transparenz und um die Beantwortung aller offenen Fragen. So lange der Nutzen für Rheinstetten nicht offensichtlich ist, lehnen wir eine Fleischfabrik im geplanten Ausmaß ab und fordern statt dessen ein nachhaltiges Gesamtkonzept für die Flächennutzung.

Neugierig? - Mehr unter www.ig-rheinstetten.de